Die Hosen des Alexander Burgener....

Alexander Burgener (1845 - 1910) aus Saas Fee galt als einer der tüchtigsten Walliser Bergführer seiner Epoche.

Er war Erstbesteiger der Grand Dru (1878) und begleitete Albert Frederik Mummery (1855 bis 1895), der in der Diamirflanke des Naga Parbat ums Leben kam, auf schwierigen Kletterfahrten. Mummery und Burgener erkletterten gemeinsam die Aiguille de Grépon und Grands Charmoz und den Zmuttgrat des Matterhorns. Auf dem Grépongipfel liess der Engländer seinen Eispickel zurück und versprach einem Nachfolger, der ihn zurückbrächte, 1000 Francs Belohnung.

Eines Tages zur Mittagszeit klopfte Mummery bei Burgener an die verriegelte Haustüre. Alles blieb ruhig. Er pochte mehrmals.

"Ich kann sie nicht einlassen, Herr, ich liege im Bett" - "Im Bett? Sind sie krank, Burgener? Ich wollte eine Tour vereinbaren." - Pause - "Wir können morgen gehen, Herr, aber heute muss ich noch im Bett bleiben". - "Na dann gute Besserung, Burgener", sagte Mummery und ging. "Ich komme morgen wieder."

Warum damals Burgener am hellichten Tag im Bett lag, hat Mummery nie erfahren.

 

Der Grund war im wahrsten Sinn des Wortes fadenscheinig. Burgener hatte sich bei der letzten Tour die Hose übel zerrissen und sie zum Flicken zum Schneider gebracht. Weil er aber keine Zweite hatte, legte er sich einfach ins Bett, bis der Schneider mit dem Flicken fertig war.

 

Burgeners Wahlspruch lautete: "Mir passiert nie nix!" - Am Abend des 8. Juli 1910 verschüttete eine riesige Lawine in der Nähe der Berglihütte in den Berner Alpen sieben Menschen. Einer der Toten war Alexander Burgener.