Kilimanjaro  5'895m

Der Kilimanjaro ist der höchste Berg Afrikas. Er ist zudem der höchste freistehende Berg der Welt. Auf dem Gipfel finden sich zur Zeit (2019) noch ausgedehnte Gletscher. Das ganze Gebiet rund um den Berg gehört zum Nationalpark Kilimanjaro.

Den Berg besteigen jährlich etwa 35'000 Menschen. Es gibt ungefähr 9 gängige Routen zum Gipfel.

Ein Traum geht in Erfüllung!

Welches Bergsteigerherz schlägt nicht höher beim Namen Kilimanjaro.....! Spätestens vor zwei Jahren nach der erfolgreichen Besteigung vom Elbrus begann ich ernsthaft darüber nachzudenken den Kili zu besteigen. Nun war es soweit und zu meiner grossen Freude ist auch meine Frau mit dabei.

Wir verbrachten fünf Tage am Berg. Das ist das Minimum wie wir meinen. Es ist unumgänglich, dass man von einem Guide und Trägern begleitet wird. Afrikanische Arbeitsbeschaffung. Wir hatten eine fröhliche Truppe um uns und wurden richtig verwöhnt. 

Wir wählten die Lemosho-Route mit dem Schlussaufstieg über die Western Breach Wall. Dies ist wohl die schwierigste Route mit erheblicher objektiver Gefahr von Steinschlag. 

Den ersten Tag stiegen wir durch Regenwald auf. Feucht, grün und in den Ästen turnen schöne Affen herum. Ein interessanter Tag. Wir zelteten auf 2800m in einer Waldlichtung.  Der zweite Tag führte uns aus dem Regenwald hinaus in eine eigenartige Umgebung mit 5-10m hohen Erika-Büschen oder Bäumen. Zu unserer Überraschung war es am Morgen gefroren. Ich hätte das nicht erwartet....im Regenwald!

Das Camp auf 3800m lag auf einer weiten Ebene mit freier Sicht zum Kili. Die Büsche sind hier nur noch max 2m hoch. Wir fanden noch Lobelien und einige Blumen die Astern gleichen. 

Am dritten Tag stiegen wir konstant höher. Ab viertausend Meter gab es kaum noch Blumen oder Gewächse. Nur noch imposante Riesensenecien konnten wir sehen. Bei 4600m kamen wir zum Lavatower und dem Camp. Wir machten eine längere Mittagpause und stiegen am Nachmittag hinauf zum Arrow Gletscher Camp auf 4'900m. Hier übernachteten wir. Die Höhe machte sich nun stark bemerkbar. Jede Bewegung verursachte Atemnot. Wir hatten auch kaum Appetit und die Nacht war eh kurz und unruhig. 

Am vierten Tag starteten wir um halb vier bei Dunkelheit. Vor uns die fast 900m hohe Wand aus Schutt und losem Gestein. Der Aufstieg war sehr mühsam und öfters verlor ich fast die Geduld mit dem schwierigen Untergrund. Wenn man einen Schritt vorwärts und zwei zurück macht ist das über 5'000m sehr mühsam und kraftraubend. Einige Passagen waren ausgesetzt und entsprachen einem T5. Gut, dass wir in der Dunkelheit die Abgründe nicht richtig wahrnahmen. 

Nach endlosen Stunden erreichten wir endlich den Krater. Mit einem Schlag war es sonnig, hell und flach. Vor uns nur noch der 100m hohe Kraterrand. Wir durchschritten den Krater, vorbei an senkrechten Gletscherrändern. Die letzten Meter hinauf zum Gipfel waren dann unheimlich zäh. In dieser Höhe bewegt man sich wie in Trance. Der Körper feilscht um jeden Schritt. Der Kopf ist leer, umnebelt und doch kommen von hier die Befehle. Weiter! Es ist nicht mehr weit!! Auf dem Kraterrand konnte ich in der Ferne den Gipfel sehen. Hier wusste ich, dass ich es schaffen werde. Die letzten Meter sind die Schönsten. Dann standen wir oben. Apathisch, nach Luft schnappend und innerlich doch zum Bersten gefüllt mit Adrenalin und Freude. Ein stilles Umarmen und Glückwünschen. Fotos hier und da und dann möglichst schnell runter. 

Wir stiegen dann ab bis zum Millenium Camp auf 3'800m. Körperlich richtig erledigt, aber glücklich und happy über den Erfolg.

Der fünfte Tag den Rest in die Ebene auf 1500m und zurück nach Moshi. 

 

Es war ein grossartiges Erlebnis auf diesen Berg zu steigen.

Zurück bleiben die Eindrücke der grossartigen Landschaft. Savanne, Regenwald, Bergregenwald und Hochflächen. Die vielen freundlichen Menschen. Eine fremde Kultur wo wir dennoch willkommen waren.

Asanti sana Tanzania

(Danke viel mal!)

Kommentare: 0