Monte Emilius 3'559m

Beim Stöbern in einem Rother Wanderführer fand ich eine Beschreibung zu diesem Berg. Viele Jahre schon betrachtete ich diesen Berg bei der Fahrt vom Gr. St. Bernhard nach Aosta.

Weil die Besteigung eigentlich ganz einfach ist stand er also auch auf meiner Wunschliste.

 

Mit dem heutigen Tag gehen meine Ferien zu Ende und ich wählte mir als Abschluss eine Reise ins Aostatal. Ausgangspunkt ist Pila, ein Skiort der auch im Sommer ein paar Attraktionen hergibt. Beliebt ist der Lago di Chamolé der von der Sesselliftbahn aus in 15min erreichbar ist. Auch die Bike Downhiller mögen die schöne Piste von dort hinunter.

 

Morgens um 7h ist noch alles leer und einsam. Erste Etappe ist also der Lago di Chamolé den ich nach gut einer Stunde erreiche. Von hier gilt es einen Pass zu ersteigen. Von diesem Pass sehe ich hinunter zum Rifugio Arbolla und dem gleichnamigen See. Im Rifugio sind alle Tagesausflügler ausgeschwärmt. So geniesse ich immer noch den einsamen und stillen Aufstieg. Kein Mensch ist mir bisher begegnet. Ich folge nun dem Bach in ein Tal hinein und biege dann nach links ab wo bald einmal der Col des trois Capucins auftaucht. Dieser Pass wird über grobes Blockgestein erstiegen. Nun beginnt hier der Südgrat vom Emilius. Grobe Blöcke prägen das Bild. In der Flanke hat es ein schuttiges Weglein. Die ersten Meter mühe ich mich hier ab. Ich entschliesse mich dann auf dem Grat zu bleiben und zu kraxeln. Das ist viel schöner und anregend. So erreiche ich nach 4,5 h den Gipfel und bin wirklich ausser Atem........ nicht der Höhe wegen sondern ob der Aussicht. Heute findet sich kein Wölklein am Himmel und der Ausblick ist einfach genial. Vom Montblanc zum Grand Combin bis Monte Rosa ist alles klar und greifbar zu sehen. Auf der anderen Seite sehe ich Grand Paradiso und La Grivola auch ganz nah. Am Meisten jedoch imponiert mir der Blick 3'000m hinunter auf Aosta. Es liegt mir zu Füssen wie auf einer Landkarte. Es ist ein einmaliges Bild!!

 

Nach einer Stunde Gipfelvergnügen mache ich mich wieder an den Abstieg. Beim Lago di Chamolé staune ich über den Szenewechsel. Wo am Morgen früh noch alles leer und still war ist nun ein wahres Völkerfest im Gange. Heerscharen von Familien und Jugendlichen lagern sich um den See. Ein beliebtes Ausflugsziel der Bewohner von Aosta.

Die letzte Stunde Abstieg schenke ich mir und nehme auch den Sessellift. Schliesslich habe ich noch eine längere Heimreise vor mir. Dummerweise führt mich der Sessellift ans unterste Ende des Dorfes und ich muss dann wieder 100HM aufsteigen zum Parkplatz.

 

Auf dem Passo Gr. St. Bernardo mache ich noch eine Kaffeepause, dann tauche ich ab und heim ins Emmental.