Wilerhorn, 3'307m

 

Das Wilerhorn liegt versteckt zuhinterst im Jolital im Wallis. Dass es relativ einfach zu erreichen ist war mir nicht bewusst bis ich einen Bericht von zwei Freunden las die in einer Vollmondnacht dorthin stiegen.

 

Die Bedingungen waren bestens, klare Nächte und verschneiter Gletscher. Weil ich zu faul bin die Skier 1,5h zu tragen nahm ich die Schneeschuhe mit.

 

Zuerst wanderte ich im morgendlichen Dämmerlicht zur Alp Joli und weiter auf ein grosses Plateau. Hier begann der Schnee und zu meiner Freude war er auch schön hart gefroren. So näherte ich mich dem Gletscher und kam auch hier auf dem harten Firn gut vorwärts. Die Sonne ging langsam auf und ich erfreute mich an dem neuen Tag und der wunderbaren Aussicht.

 

Am Fusse des Gipfel angelangt staunte ich dann über die steile Südflanke. Hier führt der Weiterweg hinauf. Viele Nassschneerutsche kamen hier herunter und am Fusse der Flanke lag viel Lawinenschnee. Ich montierte die Steigeisen und mit dem Pickel in der Hand wagte ich mich an den Schlussaufstieg. Noch war der Schnee relativ fest und so kam ich schnell höher. Beim Ausstieg fehlten mir noch etwa 2-3 Meter zum Gipfel, doch hier lag der Schnee locker und instabil auf dem Grat. So "pickelte" ich mir einen Weg zum Gipfelkreuz und balancierte freudestrahlend auf dem höchsten Punkt. Tief unten lag das Lötschental und so nah gegenüber stand das Bietschhorn! Einmalig schön!!

 

Der Abstieg war recht einfach, ich musste nur meine Tritte benutzen und war bald wieder unten auf dem Gletscher. Nach einer Pause machte ich mich auf den Rückweg. Inzwischen war der Schnee aufgeweicht und ich war doch noch froh um die Schneeschuhe. Damit kam ich gut vorwärts und mal rutschend, mal springend erreichte ich die oberste Alp wo die Frühlingsblumen leuchtend den glücklichen Wüstenfuchs erwarteten.

 

Mit jedem Meter talauswärts wurde es wärmer. Auf einer schönen Wiese neben einem munteren Bächlein legte ich mich ins Gras und machte ein kleines Schläfchen. Die kurze Nacht hinterliess ihre Spuren.

Später erreichte ich dann wieder etwas oberhalb der Alp Tatz meinen Töff und gondelte gemütlich heim.