Mont Rouge du Giétro 3'439m

 

Den Lac de Mauvoisin habe ich schon öfter besucht, nicht immer war ich da erfolgreich. Was heisst schon erfolgreich........ ich meine im Sinne von erreichen eines Gipfels. Aber jede Unternehmung ist an und für sich ein Erlebnis und Geschenk. Erreiche ich also mal einen Gipfel nicht, dann ist das für mich kein verlorener Tag.

Heute erreichte ich meinen gewünschten Gipfel und konnte mich den ganzen Tag über freuen an diesem Unternehmen. Für einmal wusste ich im Voraus, dass mich keine grossen Schwierigkeiten erwarten würden. Kein banges Gefühl, ob ich die Schlüsselstelle meistern würde oder ob es Überraschungen gibt die mich zur Umkehr zwingen.

 

Von der Staumauer wanderte ich dem See entlang bis ich nach zweieinhalb Stunden auf dem Col de Tsofeiret ankomme. Von da gehts nun etwas steiler aufwärts Richtung Col de la Lire Rose. Schon nach wenigen Metern stehe ich auf einer Alpweide mit Edelweiss. Ich setze mich hin und bin umgeben von diesen wunderbaren Pflanzen....!

Auf dem Col de la Lire Rose war ich schon einmal. Damals bestieg ich die la Ruinette, eben mit diesem flauen Gefühl, ob ich das schaffen werde......

Heute geht's von diesem Pass sehr schön und einfach weiter zu einem weiteren, höheren Pass, dem Col du Mont Rouge. Hier bin ich bereits auf 3'300m und es erwartet mich eine ganz andere Szenerie. Unvermittelt stehe ich vor dem Glacier du Giétro. Weitere bekannte Gipfel kommen zum Vorschein. Vor allem sehe ich aber auch mein heutiges Tagesziel vor mir. Über einen einfachen, breiten Grat über Schiefer erreiche ich ihn auch in wenigen Minuten. Tief unter mir liegt der Stausee, dem ich heute Morgen entlanggewandert bin. Neben und über mir die La Ruinette, Mont Blanc du Cheillon und Le Pleureur. Eine alpine Welt fern von allem Lärm und Hektik. Ich geniesse die Momente auf diesem Grat. Vom Gipfel kann ich nun fast eine Stunde lang auf gleicher Höhe auf dem Grat entlang wandern. Gut, ein- zwei Stellen müssen ein paar Stufen abgestiegen werden, aber etwa so schwierig wie meine Kellertreppe. Nun stehe ich auf dem Col du Giétro. Den Steinmann hat mein Kollege "akka" gebaut und ich füge noch ein paar Etagen Schieferplatten dazu. Steinmänner wollen gefüttert werden... :-) Von hier geht's nun steil durch feinen Schutt und Geröll abwärts. Mit etwas Geschick kommt man in diesem Gelände innert kurzer Zeit schnell hinab. Ich halte mich etwas links, um eine Felsstufe herum und dann rechts weiter hinab und so kann ich verschiedene Felsbarrieren elegant umgehen. Bald wird es wieder richtig warm und ich stehe auf Alpweiden umgeben von vielen Schafen. Ein paar Tiere haben wohl schon die angenehme Erfahrung der salzigen Haut von Wanderern entdeckt. Jedenfalls kommen zwei Tiere schnurstracks zu mir und lecken mir die Hände und Arme eifrig ab. Ein lustiges Erlebnis.

 

Bald erreiche ich den morgendlichen Wanderweg am Stausee und schlendere glücklich und zufrieden der Staumauer entgegen. Den langen und sonnigen Tag beende ich bei einem kühlen Getränk unterhalb der Staumauer. Ich werde wiederkommen ;-)

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