Besuch der Hohganthütte

 

Am heutigen Tag nahm ich mir vor, bei jedem Wetter eine Wanderung zu unternehmen. Das Wetter bescherte mir einen sonnigen und blauen Himmel bis zum Mittag. Das reichte mir, um einen Versuch zu wagen die Hohganthütte zu erreichen.

Ich hatte genau 5 Stunden Zeit, dann musste ich zurück in Kemmeriboden sein um das Postauto zu erreichen. Die Zeit entspricht meinem normalen Rythmus für dieses Vorhaben. Aber ob ich das ziemlich genau 3 Monate nach meinem Sturz auch schaffe...?

 

Die ersten Meter auf der vereisten Strasse liessen starke Zweifel aufkommen. Endlich konnte ich abbiegen und die schöne Spur im festgetretenen Schnee verfolgen. Von da an löste sich der Knopf. Ich marschierte wie in alten Tagen und vergass zuweilen meine Hüfte und das Kreuzbein. Die Einsamkeit, der Schnee, die Wälder und Gipfel um mich herum lösten in mir das wohlbekannte Gefühl aus.... mit sich und der Welt eins sein, im Reinen und völlig weg vom Alltag. Klar, Nachdenken gehört bei diesem Rythmus dazu, aber es ist wie ein los gelöst sein und über den Dingen stehen.

 

Die Zeit wurde knapp, der Ehrgeiz erwachte, das Herz pochte und der Atem immer schneller. Ich schob die Umkehrzeit hinaus, gab mir noch noch zehn Minuten. Das reichte. Ich stand vor der Hohganthütte und wieder mal überrollten mich die Emotionen. Auf die Minute genau hatte ich es geschafft.

 

Im Abstieg machte sich der Kraftaufwand dann doch bemerkbar. Die Beine wurden schwer. Eine Pause musste nun dringend her und ich fand auch ein schönes Plätzchen. Wolken zogen auf und innert 20 Minuten war der Himmel grau. Macht nichts, ich hatte damit gerechnet. Der Zeitplan ging auf und das Postauto führte mich pünktlich zurück. Etwas müde aber glücklich schloss ich diesen schönen Tag mit einem Fondue ab. Mein Sohn Tobias leistete mir sponatn Gesellschaft.

 

Die Hauptprobe ist geglückt. Ich arbeite wieder 100% an meinem Arbeitsplatz und freue mich, langsam aber sicher meine erste Skitour zu planen. Doch wo ist der Schnee...?