Furggubäumhorn 2'985m

Seit Tagen liebäugle ich mit dem Bortelhorn. Letztendlich siegt aber die Vernunft den Berg nicht alleine zu besteigen. Doch der Nachbar scheint mir ebenso interessant. Sonntagmorgen um 05°°h im ersten Zug bin ich ganz alleine. In Brig gibt es dann schon einige Anwärter in Wanderschuhen. Doch an meinem Halt in Berisal bin ich wieder alleine. Das bleibt fast den ganzen Tag so.

Mein erstes Ziel ist die Furggubäumlücke. Kurz davor wähle ich aber einen direkteren Weg Richtung SSW-Grat zum Furggubäumhorn. An diesem Punkt geniesse ich erstmal das schöne Panorama zum Monte Leone. Es ist warm und trocken und der Grat lockt mich mit Kraxelei. So steige ich weiter und komme an ein paar Kletterstellen wo ich mich konzentrieren muss. Es geht an guten Griffen und Tritten flott aufwärts und schon bald stehe ich beim Gipfelsteinmann. Ich wäre gerne in diesem Stil noch weiter und höher geklettert.

Im Gipfelsteinmann deponiere ich ein Gipfelbuch. In ein paar Jahren werde ich vielleicht mal sehen, wer alles hier hoch kommt. Laut Hüttenwart sollen es nicht sehr viele sein pro Jahr.

 

Den Abstieg plante ich über den NNW-Grat. Laut M.Brandt ein "L". Wenn der Aufstieg ein "WS" war, dann sollte das ja kein Problem sein. Aber oha! Nach etwa 100HM stehe ich an senkrechten Abbrüchen. Links und rechts sehe ich keine Ausweichmöglichkeiten. Da muss sich in den letzten Jahren etwas verändert haben...:-0

Also steige ich wieder zurück zum Gipfel und suche mir eine Möglichkeit in der NNE-Flanke. Hui, viel Geröll und 44° steil. Da geht's aber zünftig s'Loch abe..... Es gelingt aber recht gut und bald kann ich queren zum gewünschten Grat und stehe nun unter den bösen Abbrüchen. Von da geht's im "L" Stil weiter wie erhofft. Ein grosser, ghüdriger Steinhang.

 

So gelange ich zum schönen Bortelsewji und auf einem schönen Weglein zu den Bortelhütten. Ein Kafi muss her und dann nutze ich die Gelegenheit mit einem Bergführer zu plaudern.

Der weitere Abstieg zurück nach Berisal führt mich durch ein Blumenmeer. Sogar zwei Türkenbundlilien erfreuen mich.

 

Ein langer und erlebnisreicher Tag liegt hinter mir. Wer gerne kraxelt und vor grossen und kleinen wackligen Blöcken keine Angst hat wird hier auf seine Kosten kommen. Und garantiert einsam ist es auch.