Niwen / Einigs Alichji 2'769m

Wieder einmal zog es mich ins Wallis, hier ist ja meist besseres Wetter als im Emmental.....

Hinter dem Bahnhof von Goppenstein geht es gleich zur Sache. Keine Warmlaufphase, nichts.... Steil windet sich für die nächsten 2 Stunden das Weglein empor zur aussichtsreichen Faldumalp. Hier bin ich nassgeschwitzt und durstig und mache es mir auf dem Bänklein vor der Kapelle bequem.  

Nach dieser Stärkung und mit getrockneten Kleidern kommt der spannende Teil der Besteigung. Auf einem Gratrücken geht es angenehm obsi. Hinter mir liegt das Lötschental. Vor mir das Faldumrothorn wie eine grosse Kathedrale.

Bald wir es alpin. Erste Schneefelder und felsdurchsetztes Gelände aktivieren die Hirnzellen. Nun kann ich nicht mehr blind dem Weglein folgen, es verschwindet unter den Firnfeldern. Freudig quere ich die Hindernisse. Der Schnee ist trittfest aber nicht zu hart. Vorsichtshalber hätte ich meinen Pickel am Rucksack, aber der hat heute seinen freien Tag.

Bald komme ich auf den schmäleren Grat der in einem auf- und ab meinem Ziel näher führt. Ein neues Gipfelkreuz begrüsst mich auf dem höchsten Punkt des Tages. Der Niwen wir recht häufig besucht, allerdings mehr von Einheimischen. Das Gipfelbuch gleicht eher einer Familienchronik...:-) 

Auf dem Gipfel studiere ich meine Karte und entscheide mich zu einer Planänderung. Anstatt Nordostwärts über die grossen Schneeflächen abzusteigen entscheide ich mich für die Weiden südwärts. Hier erwartet mich mehr Wärme und interessantes Gelände, denn auf dem Gipfel ist es ziemlich kalt und zügig. Diese Entscheidung habe ich nicht bereut.  - Im Abstieg über den Südostgrat finde ich zahlreiche Schneehühner versteckt in den Felsen. Das Gelände ist ideal für ihre Tarnung. Auch mir gefällt der Abstieg über die schönen Blöcke, immer einen Durschschlupf suchend in den Felsen. Spannend...... Fenek mit der Nase am Boden nach dem richtigen Weg....

Auf der schönen Alp Stafel lasse ich mich beim Kapelleli nieder und lösche den Durst. Es ist nun wieder heiss geworden und immer noch erwartet mich eine ziemliche Distanz.  - Nun wandert es sich wieder angenehm auf Wegen hinunter Richtung Jeizinen. Hier will ich mit der Seilbahn nach Gampel und dann mit dem Zug heim.

 

Bei der Seilbahn habe ich noch etwas Zeit und betrete das kleine Restaurant. Nach meinem Wunsch gefragt sage ich spontan, dass ein kalter Kaffee jetzt grad so richtig gluschtet. Das ist für die Dame des Hauses überhaupt kein Problem. Mit Kaffee und kalter Milch und Zucker zaubert sie ein erfrischendes Getränk auf den Tresen. Weil sie das so gluschtet, macht sie sich auch gleich ein Glas für sich. Zusammen geniessen wir diese Erfrischung. Lachend über ihre Spontanität sagt sie mir, dass es das nicht gäbe in ihrem Angebot. Herzliche Improvisation eben.....

 

Es war ein langer und interessanter Tag heute.....

 

Wanderung T3 - 8h - 1780HM - Route siehe Foto