Salmone 1560m

Eigentlich warte ich ich sehnsüchtig auf Skitouren in pulverigem Schnee. Aber statt zu jammern bietet unsere Sonnenstube Tessin ja zuhauf schöne Touren für jeden Geschmack. 

Gut ausgerüstet mit Literatur und Musik machte ich mich am Morgen mit dem ersten Zug auf die Reise. So konnte ich kurz nach Neun schon loslaufen. Zuerst versteckte ich in einem Gebüsch die Literatur und überflüssige Wärmekleider. Es war schon ordentlich warm und ich wollte das nicht alles mitschleppen. 

Der Weg hinauf ist steil. Um so schöner war aber das Weglein. Liebevoll unterhalten von Menschen die den Weg benützen um zu ihren Alphütten zu gelangen. Ich wähnte mich wie im Frühling. Trocken und warm. Nur die Schneeschuhe am Rucksack passten nicht so in das Bild. Aber dann auf 1100m wechselte die Umgebung schlagartig. Urplötzlich lag tiefer Schnee und ich sank gleich kräftig ein. So musste ich nicht lange studieren und die ungeduldig zappelnden Schneeschuhe kamen zum Einsatz. 

Mühsam kämpfte ich mich durch den weichen und tiefen Schnee. Ich verlor viel auf meinen Zeitplan. Glücklicherweise hatte ich mir Reserve gegeben. 

Das Gipfelglück war gross nach der Wühlerei. Oh wie ist es schön hinunter zu schauen und zu wissen: Du hast nicht aufgegeben und es geschafft!

Da schmeckt das Zmittag gleich doppelt nach diesem Einsatz. 

 

Nach der Pause erkunde ich den Weg Richtung Auressio. In der Vorbereitung plante ich einen Aufstieg von diesem Dorf. Leider sind die ÖV Mittel dorthin sehr beschränkt. Ein kurzer Abstecher also um über die Kuppe zu schauen. Es gäbe eine schöne Spur. Ich kehrte wieder zurück zum Gipfel und dann im Galopp runter. 

Im weichen Schnee kam ich nicht so schnell vorwärts wie erwartet. Aber nachdem meine Helfer am Rucksack ruhten gings dann flott den Weg hinab. Wunderbar wie die Abendsonne die Landschaft in ein weiches Licht tauchte. Zum Glück darf ich immer wieder meine Bilder anschauen und mich an diese schönen Momente erinnern. 

Mein Zeitplan war im grünen Bereich bis zu dem Moment, wo ich meine versteckten Sachen suchte..... Eigentlich hatte ich mir die Stelle gut gemerkt, trotzdem war nach ein paar Stunden der Ort plötzlich nicht mehr so klar. Auf und ab und immer hektischer suchend war ich schon fast am Aufgeben. Ich rechnete schon mit den Kosten für den Verlust.... Da fiel mir das unnatürlich aufgeschichtete Gras auf, ja Mann!! Ich stand davor!

So wurde es etwas eng, aber nicht zu spät. Mir blieben noch fünf Minuten am Bahnhof. 

 

Glücklich, müde und voller Eindrücke gondelte ich im Zug nach Hause. Hier wartete ein feines Nachtessen auf mich. Das Leben ist so wunderbar. Ich bin dankbar dafür!!