Nadelgrat Überschreitung

Nadelgrat - ein Wort das jeden Bergsteiger ehrfürchtig zum Träumen bringt.

Heute wurde ein Traum wahr, den ich mir gar nie zu träumen wagte. Es brauchte ein mehrmaliges anstupsen meines Freundes Alex. Ja, mit ihm würden wir es wagen können. - So kam der Tag der Wahrheit.

 

Die Schlüsselstelle der Tour ist sicher das Couloir zum Dirrujoch. Berüchtigt und gefährlich. Vor den ersten Sonnenstrahlen muss man einsteigen. Das haben wir geschafft. Dann kam die Sonne schnell und mit ihr die ersten Steine. Das ist ungemütlich. Aber wir waren schon so weit oben, dass wir in die Felsen auswichen und dort zum Joch kamen. Puhh!

 

Danach ist es ein Tanz auf einem Grat der einer Nadel gleicht. Überall steil und oft schmal und ausgesetzt. Wir brauchten Zeit, weil wir oft sicherten. Es hatte noch recht viel Schnee auf dem Grat. War das ein Vorteil oder nicht? Routinierte Bergsteiger waren schneller, aber dafür kamen wir gesund wieder zurück. 

Ich bin oft vorgestiegen und bin stolz, dass ich alle Schwierigkeiten gut meistern konnte. Sei es in der Routenfindung, absichern und auch von der Trittsicherheit. Manchmal stand ich vor einem Aufschwung wo ich mich fragte, kommen wir da durch? Es brauchte den ersten Schritt und dann ging es weiter.....

Kurz unter dem Nadelhorn hüllten uns dicke Gewitterwolken ein und es begann zu graupeln. So liessen wir das Nadelhorn sausen. Ich durfte schon einmal dort stehen. Alex ist noch jung, er hat ein ander Mal Glück.

Beim Windjoch begann es zu donnern. War eine gute Entscheidung.

 

Technisch war es meine schwierigste Tour überhaupt. Dass wir beide es alleine schafften erfüllt uns mit grosser Freude. Es war ein grossartiges Erlebnis.

 

Unsere Route:

1. Tag: Gasenried - Bordierhütte 1200HM

2. Tag: Bordierhütte - Riedgletscher - Dirrujoch - Dirruhorn - Hobärghorn - Stecknadelhorn - Windjoch - Mischabelhütte 2'200HM

3. Tag: Mischabelhütte - Saas Fee