Bojin Kuk 1'110m

Ein wenig bekannter Gipfel im Paklenica Gebiet in Kroatien.

Unsere heutige Wanderung entpuppte sich als vollwertige Königsetappe! 

 

Schon die Besteigung des Dinara zwei Tage zuvor war eindrücklich und schön. Aber der heutige Tag übertraf unsere Erwartungen bei weitem! Obwohl wir fast 1'500 HM zu bewältigen hatten, schwebten wir nur so über den verschlungenen Pfaden. Ich wurde überhaupt nicht müde wegen der vielen Eindrücke um mich herum.

Wir starteten beim Weiler Milovci, nicht weit von Starigrad. Ein steiniger Pfad schlängelte sich einen typischen Hang hinauf. Bewachsen von Steineichen, niederen Kiefern und vielen Kräutern wie Salbei, Thymian, wilder Minze und Eisenkraut. 

Schafe weideten zwischen den Karstfelsen und waren mehr zu hören als zu finden. Bald erhoben sich die ersten Karstfelsen wie Türme um uns herum. Sie wurden immer höher, wilder und durchfurchter. Wahre Labyrinthe eröffneten sich uns. Dazwischen wieder kleine karge Weideflächen. Hinter uns ständig der Blick auf das blaue Meer. 

 

Bald wurde es nur noch felsig um uns herum und merklich steiler. Wir mussten hier und da die Hände gebrauchen. Dann standen wir vor dem imposanten Gipfelkopf. Wie kommt man da bloss hinauf? - Keine Angst, auch hier vor der Felswand lüften Markierungen die runzelnde Stirn. Stahlseile glänzen an der Sonne. So kamen wir in den Genuss eines kurzen Klettersteiges der uns elegant aber luftig ca 60HM hinauf führte. Danach mussten wir nur noch ein steiles Couloir hinauf kraxeln (I+)

Hier standen wir auf dem Gipfel und konnten nur staunen. Hinter uns ein Gebirge das noch wilder und höher war und vor uns das funkelnde, blaue Meer im Dunst. Eine Kulisse die man sich kaum schöner vorstellen kann!

 

Wir konnten uns kaum trennen von diesem einmaligen Ort. Wer will da schon runter?!! - Aber wir mussten halt......

Für den Abstieg wählten wir eine Variante ohne Stahlseile. Diese führte durch ein sehr steiles, gut gestuftes Couloir abwärts und dann in einem Bogen um den Gipfelkopf herum. Nach einer Stunde standen wir wieder bei den Stahlseilen, jedoch um viele schöne Eindrücke reicher. Danach stiegen wir auf gleichem Weg wieder abwärts. Diesmal das blaue Meer vor uns und ich musste mich zwingen auf den Weg zu achten.

 

Müde und benommen von diesen schönen Eindrücken fuhren wir wieder zurück zu unserem Bungalow.

Auch wenn an diesem Tag das Wetter etwas durchzogen war, es war und ist der Höhepunkt unserer Reise!!