Schwarzhorn 2'658m

Die erste Bergtour dieses Jahres!

Wegen anderer Verpflichtungen hatte ich in den letzten Wochen nicht so Gelegenheit, in die Berge zu schweifen. Da kommen natürlich Zweifel auf über die (noch) vorhandene Kondition

In dieser Situation bin ich froh, alleine unterwegs zu sein. Ich kann nämlich umkehren, ohne dass jemand darüber enttäuscht wäre. 

 

In Hohtenn steige ich aus dem Zug und blinzle in die Morgensonne im Wallis. Auf der anderen Seite des Tunnels in Kandersteg nieselte es kalt.

Ich nehme mir vor, langsam und stetig zu wandern und so meine Kräfte einzuteilen. Der Weg führt über karge Südhänge zur Alp Tatz. Frisches und kühles Wasser plätschert aus einem Brunnen und erfrischt mich. Dann erreiche ich die Kurve bei Pt 1640 wo ich ins Jolital einbiegen kann. 

Bei der Alp Joli mache ich eine ausgiebige Pause. Das Bänklein wird schön besonnt und schnell trocknet das T-Shirt. - Der Blick hinauf zum Gipfel lässt mich erahnen, dass es noch weit ist. 

Auf der Alp Prag erwartet mich ein grossartiges Panorama ins Rhonetal hinunter. Die Alp ist wie in einem Märchenbuch. Knorrige Bäume und saftig grüne Wiese laden ein hier zu bleiben. Wieder sehe ich den Gipfel vor mir und kann es mir nicht vorstellen, wie der erreicht werden soll.

Gemütlich wandere ich weiter, die Beine sind immer noch frisch. Die Gedanken schweifen weg und bleiben wie die Wolken an den umliegenden Gipfeln hängen. Erinnerungen an schöne Bergtouren.

Nun wird der Weg etwas anspruchsvoller. Felsen und kleine Stufen wollen überwunden werden. Die Umgebung wird steinig und vor mir stellt sich der Gipfel auf. Nun folge ich einem schwach ausgeprägten Weglein im Zick Zack über ein steiles Geröllfeld zum Gipfel. Und dann stehe ich oben, beim Gipfelkreuz. Was für ein Glücksgefühl hier oben zu stehen. - Tief unten sehe ich den Weg den ich begangen habe. Das Bänklein wo ich sitzend und zweifelnd sass.....

 

Fast eine halbe Stunde verweile ich hier. Eine Maus leistet mir Gesellschaft. Ihre Neugier ist stärker als die Angst und sie spaziert ungeniert umher. Um mich herum geht es steil abwärts. Das ist echtes Gipfelglück wenn es nach oben nicht mehr weiter geht. Obwohl.....da ist ein scharfer Grat der zu einem noch höher liegenden Gipfel führen würde. Aber so alleine will ich kein Risiko eingehen.

 

Der Abstieg ist flott und in der halben Zeit hinter mir. Immer wieder bleibe ich stehen und bewundere die vielen Blumen und die Aussicht ins Tal.

Glücklich und müde erreiche ich wieder Hohtenn. In Kandersteg regnet es. Zu Hause wartet ein feines Z'Nacht auf mich. 

Es war ein so schöner Tag heute!!

 

 

Route:

Hohtenn - Tatz - Pt.1640 - Joli - Prag - Schwarzhorn

T3+ / 1840 HM / 7,5h