Gross Kastel 2'830m

Wenn man mit dem Zug nach Zermatt fährt, wandert der Blick irgendwann unvermeidlich auf das riesige Schuttfeld bei Randa. Der Bergsturz ereignete sich 1991, wobei insgesamt 33Mio m3 Fels ins Tal stürzten.

Gleich daneben sieht man aber auch den Abbruch des Bisgletschers. Mächtig thront das Eis über dem Tal und hinterlässt vor allem bei den Touristen grosse Augen. Dort oben sah ich einmal einen Felskopf mit einem Gipfelkreuz. Das Studium zu Hause brachte das Gross Kastel auf die Wunschliste.


Der Aufstieg zum ersehnten Gipfelkreuz ist steil und interessant. Man durchwandert verschiedene Vegetationsstufen und es wird nie langweilig. Vor allem hat man über weite Strecken den Nadelgrat wie auch Dom und Täschhorn vor sich. So bin ich also des öfteren einfach hingesessen und habe mich satt gesehen an diesen schönen Bergen. Ich erspähte auch mehrere Gruppe von Gämsen, ohne dass sie mich bemerkten. So konnte ich ihnen zusehen, wie sie miteinender spielten. Besonders die Jungtiere hatten es auf die Alten abgesehen.

Leider war es auf dem Gipfel recht zügig und kalt, aber eine halbe Stunde habe ich mir dennoch genommen. Das nahe Weisshorn ist sehr imposant und gibt dem Namen alle Ehre. Eindrücklich, wie steil es sich über mir erhob. Beim nahen Bisgletscher brachen immer wieder Eisblöcke ab und so war es nicht langweilig hier oben.


Der Abstieg war rassig und die Höhenmeter purzelten nur so auf meiner Uhr. Erstaunlich, wie es wieder merklich wärmer wurde unten im Tal. Schicht um Schicht konnte ich wieder im Rucksack verstauen. 

Es war eine schöne Tour. Wahrscheinlich wird der Gipfel wenig begangen.


1450HM - 6,5h - T2-3

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Kommentare: 2
  • #1

    Philippe Noth (Samstag, 20 Oktober 2018 12:32)

    Eine phantastische Wandertour! Danke dass Sie - und braendji.ch + Pitteloud auf Flickr - mir auf diesen wenig bekannten Berg aufmerksam gemacht haben.

    Habe genau die gleiche Erfahrung gemacht: Gämsen, die ich wie noch nie zuvor ruhig fotografieren konnte, ein recht zügiger Abstieg - obwohl Abstiege mir immer mehr Mühe geben, dieser war dank der ständigen Steigung und dem gut angelegten Weg problemlos. Und den ganzen Tag keinen Mensch begegnet oder gesehen.

  • #2

    Fenek (Samstag, 20 Oktober 2018 13:49)

    Danke!
    Ja, dieser Berg ist trotz seiner unscheinbaren Grösse ein Geheimtipp!