Träume und Realitäten im Monte Rosa

Träume und Projekte im Kopf hat der Mensch seit Beginn. - Bei mir ist es nicht anders. Der Sammlergeist erspäht unbestiegene Gipfel und Vorstellungen derer Schönheit. Mit Freund Alex lernte ich eine wichtige Lektion. Fazit: Gewisse Berge bleiben von mir unbestiegen....


Wir übernachteten in der Lodge auf dem Klein Matterhorn. Wunderbare Unterkunft mit Panoramafenster und eine Bude für uns alleine. Am nächsten Morgen früh los zum Breithornplateau und direkt auf den Castor zu. Gleich zu Beginn erwartete uns ein stürmischer Nordwind. Unangenehm!!

Am Gipfel kalt und ungemütlich. Also schnell runter zum Felikhorn. In den Felsen fanden wir ein warmes Plätzchen zum Ruhen.

Wir wollten versuchen, wie es am Liskamm Westgipfel so zu und hergeht. 100m unter dem Gipfel kapitulierte mein Freund. Zu steil.....alleine wollte ich ihn nicht zurücklassen. So peilten wir die vorgesehene Capanna Quintino Sella an. Eine gute Adresse. Wieder durften wir unsere Bude nur mit drei Schweizern teilen. Ein angenehmer Abend mit gutem Essen ;-)

Am zweiten Tag entschlossen wir uns zur Querung zum Lisjoch. Unterwegs an der Erhebung Il Naso gerieten wir in eisiges Gelände. Wir mussten etwa 100HM mit Eisschrauben sichern. Auf der anderen Seite auch ein sehr steiler Abstieg mit wenig Schneeauflage. Hier wird es in den nächsten Tagen sicher auch schwieriger. Am Lisjoch unsere verdiente Pause. Der Blick schweift hinauf zum Liskamm Ostgipfel. Wir wollen es versuchen.....

Gleich zu Beginn ein steiler Einstieg. Danach folgt ein messerscharfer, horizontaler Grat. Wir stehen vor der äusserst steilen Flanke und ich weiss es nun definitiv, das ist nicht meine Komfortzone. Nun äussere ich mein Unbehagen und wir sind uns schnell einig. Rückzug 200m unter dem Gipfel.

Nach dieser Erkenntnis steigen wir entspannt hinauf zur Zumsteinspitze. Wenigstens ein schöner Gipfel an diesem Tag. Dann richten wir uns in der vollen Margarita Hütte ein. Sie steht auf dem Gipfel der Signalkuppe auf 4'554m. Ein besonderes Erlebnis. Auf der Ostseite geht es senkrecht hinunter und wie. Unter den Füssen auf dem Balkon sehe ich 800m tiefer den Gletscher!!

Am nächsten Tag sammeln wir die bekannten Gipfel auf. Ein bunter Reigen von Aufstieg und Abstieg. Im Halbstundentakt können wir uns zu einem weiteren Viertausender gratulieren. Auch wenn ich schon einmal hier war, so ist das Erlebnis mit Alex zusammen wieder emotional und einfach Bergsteigerglück!! Nach dieser Runde steigen wir über den Grenzgletscher zur Monte Rosa Hütte ab. Unterwegs umgehen wir zahlreiche Spalten. Auch auf dem flachen Gletscher ist Konzentration gefragt. Manchmal verraten nur kleine Löcher die trügerischen Spalten die darunter lauern.

Nach dem Kafi bei der Hütte geht's weiter abwärts und zuletzt wieder aufwärts zum Rotenboden wo die Gornergratbahn uns beide erlöst. Wir freuen uns auf unsere Lieben zu Hause und haben vieles gelernt. 

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Ich werde mich besinnen auf die schönen und einsamen 3'000er die zu Hauf auf mich warten. Viele einsame und versteckte 2'000er wollen noch entdeckt werden. Auf die unbestiegenen höchsten Berge der Schweiz werde ich in Zukunft hinaufschauen...!!

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Kommentare: 1
  • #1

    Marcel und Nicole (Montag, 07 September 2015 11:30)

    Wunderbarer Bericht und Bilder - man steigt und fühlt mit. Herrlich!
    HG,
    Marcel und Nicole