Damavand 5'671m

Meine Reise zum höchsten Berg des Iran war eine grosse Mutprobe für mich.

Ich plante und reiste alleine. Nur ein Bericht von einem Bergkollegen halfen mir, die Eckdaten zu sammeln. 

Genau während meiner Zeit der Vorbereitung lernte ich an meinem Arbeitsplatz einen iranischen Arzt kennen. Er vermittelte mir einen Kontakt zu einem Verwandten ganz im Norden des Landes. Dieser sollte mich mit einem Freund von ihm zum dritthöchsten Berg des Landes führen, den Sabalan 4'808m. Der Berg sollte der Akklimatisation dienen. Über die Route wusste ich nicht viel, ich fand nur einige Bilder im Internet. 

Visa und Flugticket bekam ich problemlos und so reiste ich eines Tages zu Beginn meiner Ferien ganz alleine nach Teheran. Die Einreise war wieder völlig problemlos, abgesehen davon, dass man überall lange wartet.

Von Teheran reiste ich weiter mit einem Inlandflug in den Norden des Landes nach Ardabil. Hier sollte ich am Flughafen abgeholt werden. Es klappte vorzüglich. Es standen gleich 6 Personen dort....:-) Natürlich hatte ich eine Extratasche mit Geschenken für sie dabei. Als Dankeschön für die Vermittlung bugsierte ich eine 15kg Tasche als Handgepäck mit.

Am nächsten Tag fuhren mich meine beiden Begleiter zum Basislager auf 3'500m Höhe. Nach einer kurzen Nacht bestiegen wir den Berg ohne Schwierigkeiten. (Leichte Hochtour ohne Gletscherberührung, T3-4)

 

Mit dem Nachtbus fuhr ich nach Teheran. Am Morgen wechselte ich in der Hauptstadt den Bus und fuhr weiter nach Reineh. Nach 18h Busfahrt war ich total kaputt. Im "Bergsteigerzentrum" liess ich mich nieder und durfte ein Viererzimmer alleine belegen.

Am nächsten Tag brachte mich ein Jeep zum Ausgangspunkt auf 3'000m. Von da wanderte ich zum Lager II auf 4'150m und schlug mein Zelt auf. Ab hier war ich nun nicht mehr alleine. Ein Kommen und Gehen von Bergsteigern. Einige hatten erhebliche Schwierigkeiten mit der Höhe. 

Um 1h in der Nacht begann ich meinen Aufstieg. Ich war alleine. Alle schliefen noch. Kurz vor der Dämmerung begann es zu schneien. Ich war auf etwa 5'200m. Der Weg war nicht mehr sichtbar, der Wind messerscharf und kalt. Ich kauerte hinter Felsen und wartete. Zwei junge Männer kamen hoch, sie hatten Jeans und Wollpulover angezogen. Sie waren fast steif vor Kälte. Ich gab ihnen von meinem heissen Tee.....

Mit dem Tageslicht wurde der Weg sichtbar, jedoch mit Schnee gefüllt. Wir stapften zu dritt weiter. Bald jedoch war ich wieder alleine.....die Beiden gaben auf.

Mit den Sonnenstrahlen wuchs die Zuversicht. Der Gipfel wurde sichtbar. Aber der Atem war kurz. Der Wind immer noch ungemütlich. Ich erreichte den Gipfel. Tief verschneit. Trotzdem umrundete ich den Krater. Das dauerte eine Stunde. Zurück am Gipfeldenkmal traf ich weitere Bergsteiger. Wir umarmten uns und schrien vor Freude. 

Wegen des Windes und der Kälte trat ich bald den Abstieg an. Mit jedem Schritt wurde es besser. Unterwegs traf ich viele Anwärter. Viele gaben auf, vor allem wegen des Windes und weil sie die Höhe nicht ertragen konnten.

Zurück im Lager kochte ich mir eine Suppe und schlief dann bis in den Nachmittag hinein. Dann stieg ich weiter ab bis zum Basislager auf 3'000m wo ich mit dem Jeep wieder zurück nach Reineh gefahren wurde.

Mit dem Überlandbus fuhr ich am nächsten Tag zurück nach Teheran und einen Tag später zurück in die Schweiz.

 

Ich begegnete auf meiner Reise nur freundlichen Menschen. Viele waren interessiert an meinen Plänen und auch sehr offen über Neuigkeiten aus dem Ausland. Herzliche und sehr gastfreundliche Menschen!

 

Im Norden sprechen sehr wenige Menschen englisch. Hier gab es Sprachbarrieren, leider. Um Teheran sprechen vor allem junge Menschen englisch. Mit vielen Gesten und einem lächeln öffnen sich jedoch Türen und Herzen von alleine. 

Es war ein einmalig schönes Erlebnis!!